106 Städte-Parkhaus-Studie: Bis zu 96 € für ein Tagesticket, 3,40 € für Kurzzeitparken / Wer nicht aufpasst, zahlt kräftig drauf

Hotelreservierung.de hat die Preise in 339 Parkhäusern verglichen – von Wien über Zürich bis nach New York, Paris, London, Prag oder Sydney – Parken ist teuer

Das Parken in Parkhäusern wird für Einheimische wie Touristen immer teurer, in vielen Städten gingen die Preise um mehr als 100% in den vergangenen zehn Jahren nach oben. Das Hotel- und Reisebuchungsportal www.hotelreservierung.de verglich deshalb nun in einer Studie die Preise von 240 City- und citynahen Parkhäusern in 93 Städten in Deutschland, Österreich, der Schweiz sowie in 13 ausgewählten internationalen Metropolen wie New York, Boston, London, Sydney, Prag oder Paris. Abgefragt wurden Tagestickets, Kurzzeittickets und 3-Stunden-Tickets. Das Ergebnis: Einen Tag parken in der City kann den unaufmerksamen Autofahrer fast 100 Euro kosten. Grundlage für diese Auswertung bildeten Internet-Tarifangaben von nationalen und internationalen Parkhäusern. Berücksichtigt wurden sowohl private wie städtische Parkhäuser.

Tagesticket ist in Berlin teurer als in San Francisco oder Los Angeles

Ein Tagesticket kostet im Parkhaus in Deutschland durchschnittlich rund 12,08€, in Österreich oder der Schweiz aber mehr als das Doppelte (27,90€, beziehungsweise 30,73€). Das sind aber nur Mittelwerte. Natürlich geht es auch deutlich teurer: So kassiert ein Parkhaus in Graz in Österreich sage und schreibe 96 Euro, was 573% über dem internationalen Schnitt von 14,27€ liegt. Die spanische Stadt Madrid stellt im Durchschnitt der getesteten Parkhäuser 76,20€ in Rechnung. In der Schweizerischen Finanzmetropole Genf sind durchschnittlich 42,85€ für ein Tagesticket zu berappen, in Zürich 32,04€.

In Deutschland ist das brandenburgische Cottbus vorn dabei. So zahlt man hier durchschnittlich 24,50€ für 24 Stunden Parkhausaufenthalt. Das entspricht 26% des durchschnittlichen Brutto-Tageslohns in der Stadt. Auffällig: In vielen Parkhäusern, nicht nur in Cottbus, finden sich auf den Internetseiten, wenn überhaupt vorhanden, keine Tagesmaximalwerte. Jeder Autofahrer muss sich so den Tagessatz oft selbst zusammenreimen. Kundenservice sieht anders aus. Ähnlich teuer: Düsseldorf. In der rheinischen Metropole werden durchschnittlich 23,50€ für ein Tagesticket fällig. Immerhin noch 19% vom erarbeiteten Tagesbruttogehalt.

Da besonders Touristen häufig länger als eine Nacht in einer Stadt weilen, kann es für sie richtig teuer werden. So nächtigen laut ab-in-den-urlaub.de die Deutschen beispielsweise durchschnittlich vier Tage in Madrid. Heißt: Vier Tage parken macht dort über 300€ Gebühren. Ebenfalls teuer ist die britische Metropole London: Durchschnittlich 45,32€ kostet ein Tagesticket dort, was 59% über dem internationalen Durchschnitt liegt, berücksichtigt man auch die nicht deutschsprachigen Länder. 2.100€ Euro verdient der Durchschnitts-Londoner im Monat. Da sind 45,32€ für ein Parkticket überhaupt nicht billig. Wenngleich die Prager durchschnittlich nur rund 800 Euro im Monat brutto verdienen, so langen sie doch bei Auto-Parkern kräftig zu: Durchschnittlich 43,16€ sind dort für einen Tag im Parkhaus fällig. Das entspricht fast ihrem eigenen Tagesverdienst. Ganz nach dem Motto: Touristen oder Geschäftsleute sollen in Tschechien ruhig blechen… Heißt: Man reist lieber per Bahn oder Flugzeug an die Karlsbrücke. Damit ist Prag selbst teurer als die australische Weltstadt Sydney (33,44€), die Schweizer Stadt Zürich (32,04€) oder die französische Hauptstadt Paris (30,14€). Ebenfalls günstiger als Prag sind die österreichische Hauptstadt Wien (27,70€) oder die US-Stadt New York (27,41€). Zudem verdienen die New Yorker mit durchschnittlich 3.000€ im Monat um einiges mehr als die Prager.

Wenngleich die deutsche Stadt Frankfurt bei Weitem nicht als Mega-Metropole bezeichnet werden kann, so müssen Autofahrer hier dennoch fast genauso tief wie in New York in die Tasche greifen: 23€ sind im Schnitt für ein Tagesticket im Parkhaus fällig. Das macht Platz 11 im internationalen Ranking. Damit schlägt Frankfurt auch die amerikanische Küstenstadt Boston (20,21€), die italienische Hauptstadt Rom (17,29€) oder Berlin (16,70€). Das teuerste getestete Berliner Parkhaus verlangt übrigens 32€ für 24-Stunden-Parken. Galt Berlin noch vor Jahren als billig, so ist die Stadt beim Parken mittlerweile im obersten Kosten-Drittel angekommen, ist sie doch teurer als San Francisco (16,16€), Hamburg (15,30€) oder Los Angeles (12,12€).

Teuer ist es auch in München: Durchschnittlich 16,85€ werden dort für ein Tagesticket im Parkhaus fällig. Das macht 35% über dem deutschen Schnitt. Ebenfalls im Ranking der teuersten Städte liegt das hessische Wiesbaden (22,50€; +86% dt. Schnitt), Bonn (22,25€; +84% dt. Schnitt), Basel (CH, 19,30€; +39% int. Schnitt), Braunschweig (19€; +57% dt. Schnitt), Freiburg i.B. (18€; +49% dt. Schnitt), Linz (AT, 17,60€; +26% int. Schnitt), Koblenz (17,50€; +45% dt. Schnitt), Stuttgart (17,50€; +45% dt. Schnitt), Salzburg (AT, 17,20€; +23% int. Schnitt), Köln (16,75€; +39% dt. Schnitt), Dresden (16€; +32% dt. Schnitt), Mainz (15,25€; +26% dt. Schnitt) oder Innsbruck (AT, 15,00€; +8% int. Schnitt). Dass es auch günstiger geht, zeigen Städte wie das deutsche Remscheid (3,25€ für ein Tagesticket), Paderborn (3,75€), Gelsenkirchen (5€) oder Mannheim (5,25€).

Kurzzeitticket: Durchschnittlicher Preis von 1,10€ / Abzocke in Wien mit 211% über Studiendurchschnitt / Düsseldorf, München, Frankfurt, Berlin bis zu 152% über dem Schnitt

Viele Innenstädte sind gekennzeichnet durch ein großes Angebot an Parkverbotsflächen. Mal schnell zur Bank, zur Touristeninformation oder an die Rezeption des Hotels ist unter diesen Umständen schwer möglich. Aber Achtung: Wer sein Glück auf einem Kurzparkplatz sucht, der sollte ganz genau hinschauen. Häufig herrscht ein regelrechtes Tarif-Wirrwarr. So reichen die Park-Zeiträume von 10 bis 60 Minuten. Obendrein offeriert ein Teil der Parkhäuser gar keine Kurzzeittarife. „Kurzzeit“-Parker müssen dann wohl oder übel den kompletten Stunden-Tarif begleichen, zum Beispiel in Wien (3,42€; 211% über dem internationalen Schnitt). Ähnlich sieht es in Graz oder Bern aus.

Aber auch die deutschen Metropolen langen beim Thema Kurzzeitparken kräftig zu. So möchte man in Düsseldorf durchschnittlich 2,58€ (+152% dt. Schnitt) für einen kurzen Stopp. Damit ist die rechtsrheinische Metropole die teuerste deutsche Stadt im Bereich Kurzzeittickets in der Studie. Zweitteuerste deutsche Stadt ist München mit durchschnittlich 2,52€ (+147%). Gefolgt von Frankfurt a.M. (2,23€; +118%), Stuttgart (2,00€; +96%), Berlin (1,82€; +78%) und Hamburg (1,68€; +65%). Selbst die Parkhäuser im kleinen Erlangen hätte gern 1,65€ für das kurze Parken (+62% über dem deutschen Schnitt). Damit ist die fränkische Stadt teurer als Zürich (1,58€). Ebenfalls hochpreisig: Dresden (1,63€; +59%), Saarbrücken (1,55 €; +52%), Dortmund und Duisburg (beide 1,50€; +47%), Köln (1,43€; +40%), Freiburg i.B. (1,40€, +37%) oder Hannover (1,38€; +35%). Dass es auch billiger geht, beweisen unter anderem Lübeck (0,85€;), Ludwigshafen a.R. (0,80€), Genf (0,77€), Mannheim (0,75€;), Bremen (0,70€), Magdeburg (0,50€), Wiesbaden (0,50€) oder Heilbronn (0,40€).

Positiv: Kostenloses Kurzzeitparken in Deutschland, Österreich und der Schweiz bieten 9% der Parkhäuser an. Dazu zählen u.a. Parkhäuser in Berlin, Hamburg, Mainz, Salzburg, Nürnberg, Heilbronn, Chemnitz, Ingolstadt, Lugano oder Regensburg.

London kassiert 12€ fürs Kurzparken in der City / München teuerste deutsche Metropole / Berlin & Hamburg teurer als Zürich

Ähnlich wie bei den anderen Ticketarten, sind auch Gebühren für Kurzzeittickets in den nicht-deutschsprachigen internationalen Ländern sehr teuer. So verlangen Parkhäuser in London Preise für Kurzzeittickets von durchschnittlich 11,78€. Das sind kräftige 232% über dem Schnitt. Auch auf der anderen Seite des Atlantiks, in New York, kostet ein Kurzzeitticket mit durchschnittlich 9,73€ (+174% über Schnitt) sehr viel. Durchschnittlich vier Euro weniger verlangen die Parkhäuser im nördlicher gelegenen Boston (5,25€). Im internationalen Vergleich stellt sich München mit durchschnittlich 2,52€ für ein Kurzzeitpark-Ticket als teuerste deutsche Metropole heraus. Sie liegt dennoch mit 29% unter dem Durchschnitt der internationalen Städte. Während auch Frankfurt a.M. und Berlin im Vergleich der deutschen Städte preisintensiv abschneiden, sind sie im internationalen Vergleich doch relativ „günstig“. Recht teuer ist Kurzparken aber auch in den folgenden Städten: Amsterdam (3,00€), Madrid (2,35€), Rom (2,03€), Prag (1,80€), San Francisco (1,72€), Zürich (1,58€) und Luxemburg (1,36€).

3-Stunden-Ticket: Durchschnittlicher Preis in D, AT, CH bei 4,38€ / Graz, Bern, Wien, Zürich, Genf, München, Salzburg bis zu 112% über Durchschnitt / Düsseldorf teurer als Köln

Ob Touristen, Einheimische oder Geschäftsreisende. Viele benötigen mehr als nur eine Vierteilstunde oder eine Stunde in einem Parkhaus. Für diese Park-Gruppe wurde deshalb noch das Drei-Stunden-Parkticket erhoben. Erfreulich für die Reisenden: 70% der untersuchten Parkhäuser verlangen maximal 5,80€ für drei Stunden Parkaufenthalt. Doch wo Licht ist, ist auch Schatten. Fast 30% verlangen dennoch bis zu 10€ oder mehr. Heißt: Vergleichen innerhalb der Städte kann sich dennoch lohnen. Wie schon bei den Tagestickets ist Graz auch bei den ausgewählten Drei-Stunden-Tickets wieder ganz vorn dabei. In der doch recht überschaubaren Stadt im Süden von Österreich zahlen Parkhausnutzer durchschnittlich 9,30€ für drei Stunden. Das liegt um 112% über dem internationalen Studienschnitt von 4,38€.

Dass rund um die Düsseldorfer „Kö“ viel Geld zu Hause ist, belegen auch die kostspieligen Parkgebühren. So sind für dürftige drei Stunden Parken ganze 7,73€ zu bezahlen, was 94% über dem deutschen Schnitt liegt. Dabei heißt es: Liebe Düsseldorfer aufgepasst! In Köln kosten drei Stunden Parken nur 4,78€. Richtig teuer ist aber auch München: Während bei den Tagestickets Bayerns Hauptstadt noch im preislichen Mittelfeld lag, fällt die Isar-Metropole bei den Drei-Stunden-Tickets negativ auf. Durchschnittlich 7,69€ (+93% dt. Schnitt) sind hier fällig. Nicht sonderlich froh werden Parkhausnutzer auch in Salzburg (7,25€; +66% int. Schnitt), Basel (6,95€; +66% int. Schnitt) oder Innsbruck (6,90€; +58% int. Schnitt).

Vorn bei den Preistreibern in der Kategorie Drei-Stunden-Parktickets sind auch zwei andere deutsche Metropolen, nämlich Hamburg (6,90€; +73% dt. Schnitt) und Berlin (6,71€; +68% dt. Schnitt). Auffällig: Ein dickes Scheckbuch ist aber nicht immer nur in Großstädten notwendig. Als Beispiel dient die kleine schleswig-holsteinischen Landeshauptstadt Kiel mit 6,75€ (+69% dt. Schnitt) für ein Drei-Stunden-Ticket. Ebenfalls nicht unbedingt kundenfreundliche Parkhaustarife bieten die deutschen Städte Frankfurt a.M. (D; 6,68€; +67% dt. Schnitt), Bonn, Chemnitz, Stuttgart, Wiesbaden (alle 6,00€; +50%) oder Augsburg (5,75€; 44% über dem deutschen Studienschnitt). Es folgen Dresden (5,63€; +41% dt. Schnitt), Freiburg i.B. und Fürth (beide 5,40€; +35%), sowie Aachen (5,25€; +32% dt. Schnitt).

Leipzig billiger als Landeshauptstadt Dresden

Dass Autofahrer drei Stunden parken können, ohne nach der Shopping- oder Sightseeing-Tour anschließend verärgert eine Münze nach der anderen in den Automaten stecken zu müssen, zeigen die folgenden Städte: So bezahlt man in Leipzig für ein Drei-Stunden-Ticket im Schnitt 4,13€, in Bremen 3,90 oder in Nürnberg 3,85. Übrigens: In Dresden kostet die gleiche Parkleistung rund 1,50€ mehr als in Leipzig. Verhältnismäßig günstig sind auch Erfurt (3,20€; -20% dt. Schnitt), Mannheim, Mühlheim a.R., Bochum (alle 3,15€), Bottrop, Cottbus, Karlsruhe, Magdeburg, Oberhausen, Salzgitter und Schwerin mit jeweils 3,00€ (-25% dt. Schnitt). Kaum Anlass zu Kritik bieten die folgenden Städten, die jeweils um bis zu 56% unter dem Studiendurchschnitt beim Drei-Stunden-Ticket liegen: Siegen, Paderborn, Neunkirchen, Wolfsburg und Regensburg.

Ullrich Kastner, Reiseexperte von hotelreservierung.de, rät den Touristen im Vorfeld einer PKW-Städtereise, sich über die Lage und die Tarife der innerstädtischen Parkhäuser schlau zu machen. In manchen Großstädten finden sich auch „Park and Ride“-Parkplätze. Dort können die Autos zu oftmals günstigeren Kondition abgestellt werden. Der örtliche Nahverkehr bringt die Reisenden dann in die Innenstädte. Viele Hotels bieten auch die Möglichkeiten, das Auto im hoteleigenen Parkhaus abzustellen.

 

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